40 Meter UNTER Eisenheim
Eine Reise in viele tausend Jahre Zeitgeschichte
Im Rahmen einer Bohrung zur Nutzungsmöglichkeit von Erdwärme in der Josef-Walter-Str. im Neubaugebiet in Untereisenheim kamen äußerst interessante Aspekte zur Zeitgeschichte unserer Heimat zu Tage. Im Verbreitungsgebiet des fränkischen Trias wurden mächtige quartäre Hang- und Verwitterungslehme mit unterlagernden Sanden und Kiesen als Rinnenschotter erschlossen, Relikte der Eiszeiten und Warmphasen des Quartärs.
Schichtenfolge
Unter einer ca. 18m mächtigen Schicht aus Löss-, Hanglehm und Hangschutt folgen charakteristische eiszeitliche Tone und eine Wechselfolge von schluffigen Kies- und Sandschichten des Quartärs. Diese stellen eine Rinnenfüllung dar und sind für die "jüngere" Geologie in Deutschland typisch. Entstanden ist die Rinne durch fortlaufende Tektonik bei gleichzeitiger Schüttung durch den Main sowie dessen Vorläufern. Interessant sind in diesem Zusammenhang die aus der Kiesschicht in rund 44m Tiefe geförderten kristallinen Gerölle und Buntsandsteinbrocken, die nachweislich nicht aus dem Osten (der heutigen Fließrichtung des Maines) herantransportiert werden konnten. Daraus kann geschlossen werden, dass der Main seinen Flusslauf wie auch die Fließrichtung im Lauf der Geschichte geändert hat.



